Lassen wir uns doch bitte nicht länger verformen von Politik und Medien

Erinnert ihr euch noch an die Zeit eines üblichen Morgens, als man hierzulande zum Frühstück einfach seine regionale Zeitung las? Man hatte nicht den Bedarf, stündlich mit den neuesten Schlagzeilen informiert zu werden. Die Nachrichten aus der Zeitung genügten zumindest mal bis zum nächsten Morgen.

Allerdings hat die ‘Ereignisdichte’ dermaßen zugenommen, dass man heute der Flut an Mitteilungen und Nachrichten gar nicht mehr nachkommen kann. Ich bin froh, dass ich noch bewusst mit den Medien umgehen kann auch wenn ich umständehalber sehr viel online bin. Seit der Corona-Zeit hat sich das zwangsläufig eingeschlichen – und das spiegelt auch ein Stück weit unser gesellschaftliches Miteinander.

Früher haben wir analog MITEINANDER diskutiert (auch in den Talkshows), seit längerem wird nur noch (digital) ÜBEREINANDER geredet. Korrekterweise müsste ich sagen, gehetzt. Und das fatale daran ist, dass der normale Zuschauer diese entscheidende Veränderung vermutlich gar nicht wirklich wahrnimmt.

Darf man ‘Sylt’ überhaupt noch sagen?

Plötzlich ist es normal, grölende Jugendliche mit unschönen Gesängen sofort öffentlich auszugrenzen und an den Pranger zu stellen ohne auch nur ein erklärendes Wort der Beteiligten selbst zu hören. Unsere Minister sind sich nicht einmal zu schade gewesen, direkt selbst die Strafanzeigen zu schreiben. Und die Sache medial zu pushen, damit jeder Einzelne mit Namen und Anschrift bekannt wurde und am besten direkt von seinem Arbeitgeber fristlos gekündigt wird. Ist ihnen ja auch gelungen. Das Regime tanzt uns auf den Köpfen herum in dem die Politiker ihre Kompetenzen seit 2020 regelmäßig überschreiten und ihr Aufgabengebiet verfehlen. Und Teile des Volkes applaudieren noch.

Apropos tanzen: Wie hat es DJ Gigi D’Agostini so passend ausgedrückt? “Einen Song einfach zu verbieten, das ist wie eine Rückkehr ins Mittelalter. Dabei ist es doch ganz klar. Rassismus lässt sich nicht stoppen, indem man Musik verbietet”. ‘(Quelle: https://www.krone.at/3399392)

Ja, an das Mittelalter erinnert mich so einiges auch immer wieder. Und ich dachte, wir hätten gesellschaftlich aufgeholt….

Auch die Presse unserer Staatsmedien beteiligte sich undemokratisch am Sylt-Spektakel. Die Gesichter der Beschuldigten hätten nur verpixelt gezeigt werden dürfen in der Presse. Jeder Straftäter wird nicht mit Gesicht gezeigt – aber die Partygäste auf Sylt schon. Und früher hätte man die Beschuldigten stets dazu interviewt um zumindest deren Motive zu erfragen. Und genau dieses winzige Detail zur freien Meinungsbildung für Unbeteiligte fehlt zu oft in unserer Medienlandschaft. Früher wurde auch nicht leichtfertig vorverurteilt aufgrund von ein paar Schlagzeilen und Bildern – weder im seriösen Journalismus noch in der Bevölkerung. Eigentlich wollte man immer alle Parteien gehört haben um sich ein eigenes Bild machen zu können. Stattdessen wird uns nun von oben gesagt, was man denken solle und welche Meinung man zu übernehmen hätte – um nicht negativ aufzufallen. Die Gedanken- und Gesinnungspolizei heißt nun “Verfassungsschutz”. Es ist wohl der einzig existierende Staatsschutz auf der Welt, der gegen die eigene Bevölkerung vorgeht. Prof. Dr. M. Esfeld benannte die Entwicklung schon in 2022 sehr deutlich als ‘postmodernen Totalirismus’.

Aber nein, unsere Politiker sind stets seriös, vertrauenswürdig und durch und durch demokratisch eingestellt?

Extrem demokratisch, könnte man fast meinen:

Die SPD selbst hat dieses Jahr ein EU-Wahlplakat im Umlauf mit der Aufschrift: “DEUTSCHLAND DEN DEUTSCHEN, die unsere Demokratie verteidigen.

Wo ist jetzt der Unterschied zum Partysong? Ich kann ihn nicht sehen. Aber ich sehe, dass unsere Politiker schon länger übers Ziel hinausschießen und nur wenigen Bürgern fällt es nach wie vor auf, dass in unserem Land mit zweierlei Maß gemessen wird.

Die EU-Wahl-Ergebnisse sind ein Eckpfeiler

Nicht nur in unserem Land – auch in den Nachbarstaaten dreht sich der Wind. Immer mehr Menschen möchten sich wieder auf die Werte ihres Landes, ihrer Kultur und auf einen fairen und funktionierenden Rechtsstaat verlassen können. Die Menschen in vielen EU-Ländern erkennen immer mehr, dass viele Parteien ihres Landes und deren politische Linie, geradezu das Gegenteil anstreben. Und die öffentlichen Medien ihnen zuspielen, Fakten umkehren oder nicht veröffentlichen. Die Zensurtaktik, das Spalten von Bevölkerungsschichten, Ausgrenzen oder Hervorheben von Interessengruppen, mediale Hetz- oder Desinformationskampagnen – all das durchschauen die Menschen immer öfter. Und viele sind nicht bereit, all die Fehltritte und Verletzungen grundlegender Grund- und Freiheitsrechte seit 2020, einfach zu vergessen oder zu verzeihen.

Auch wenn ich vom bisherigen Wahlsystem nichts halte, es ist aktuell noch das einzige legitime Mittel, das man als Bürger hat. Aber ich feiere jetzt schon den Tag, an dem wir all diese Bühnenshows und Schauspieler nicht mehr benötigen! Es geht nicht um Politik in unserem Dasein, sondern um unsere eigene Entwicklung und unsere leise, innere Stimme auf die wir uns wieder neu einlassen und ihr vertrauen dürfen.

Und zum Schluss noch ein Foto, das wirklich Bände spricht. Das ist eine Grundschule am Prenzlauer Berg in Berlin! Zu meiner Zeit sahen Schulen noch anders aus.

Ich hoffe, dass dieser “Willkommensgruß” an diesem Berliner Wahllokal, einige Wähler/innen aufrütteln konnte.

fotoquelle

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert