Ein Leben ohne Schuld

Wie anders wäre doch unser Miteinander würde die Essenz von SCHULD in unserer Welt gar nicht existieren! Wir würden authentisch durch diese Krise gehen, als souveräne Schöpfer und ohne ständig nach einem Schuldigen zu suchen.

Wieviel Zeit und Energie ist schon verbraucht worden, um die Hintergründe / die Entstehung der Krise und des Virus zu finden. Das ist eine gigantische Menge an Lebensenergie, das ist schon mal sicher. Und mir ist auch aufgefallen, dass so mancher in den letzten zwei Jahren sichtlich äußerlich gealtert ist. Es hat uns wohl allen sehr zugesetzt, diese extreme Zeit mit ihren Herausforderungen…

Zurück zur Schuldfrage: Ich finde diese VISION, den Begriff SCHULD und seine Qualität, aus meinem Leben zu entfernen, reizvoll.
Weder gibt es in Wahrheit andere, die ich für ihr Verhalten und Tun beschuldigen könnte, noch würde ich mich selbst jemals für schuldig befinden können. Klingt erstmal komisch…so unüblich in unserer Gesellschaft, nicht wahr?

Angenommen, so etwas wie SCHULD gäbe es nicht mehr in unserem Universum – also in mir macht sich bei dieser Vorstellung direkt eine große Leichtigkeit breit!

Bisher war es einfach einen Schuldigen zu suchen, den wir für alles verantwortlich nennen können, was einem selbst oder anderen passiert. Aktuell ist es der Staat, die Elite, die Politiker oder die Wissenschaft. Vorher war es vielleicht so: Die schwere Kindheit verdanke ich meinen Eltern und die haben Schuld, dass ich auch als Frau/Mann jetzt noch in der eigenen Familie damit zu hadern habe. Der untreue Partner hat Schuld, dass ich eine Psychotherapie benötigte um überhaupt wieder klar zu kommen usw. Suche dir was aus – die Auswahl ist riesig 😉

Wir re-agieren meist emotional stark auf einen Umstand, wenn wir davon überzeugt sind, dass andere am eigenen Unglück die Schuld tragen. Wir verkennen dabei, dass es unser eigenes Emotional-Gepäck ist, das uns da gerade um die Ohren fliegt.

Die Demo’s sind aus diesem Unrechts-Denken entstanden. Demonstranten rufen: Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Freiheit klaut!

Ich denke dabei weniger an mich, aber an unsere Kinder und bin gleichzeitig hin- und hergerissen bei diesen Parolen – denn einerseits verstehe ich sehr gut, was damit gemeint ist – andererseits klingt es irritierend bis lächerlich, wenn ich mir dabei die Menschen außerhalb der Demo ansehe. Da stehen sie und gucken uns grimmig verständnislos oder auch grinsend kopfschüttelnd an, während sie im Cafè sitzen, in der Sonne ein Eis genießen, in netter Gesellschaft ihren Wein trinken. Viele scheinen uns auszulachen für die armselig anmutende Darbietung – auch dafür habe ich Verständnis. Denn sie sind verwundert warum wir in einer Demokratie um Freiheit betteln. Sie selbst leben doch in Freiheit (für ihr Empfinden) und wir könnten das doch auch, würden wir uns nur endlich zum I*zentrum begeben. Selber Schuld! 😉

Und Recht haben sie. Wenn wir uns für oder gegen etwas entscheiden, dann sollten wir dazu stehen und mit den Konsequenzen POSITIV umgehen können. Das bedeutet, die Situation so zu transformieren, dass eine Veränderung der Umstände ins Positive möglich wird. Ich selbst gehe mit dieser Einstellung und Vision auf die Straße, vorallem aber um Gleichgesinnte bzw. Kontakte zu finden. Was die meisten Demonstranten jedoch tun, ist, dass sie seit über 20 Monaten die Schuldigen hassen und als Ziel haben, sie zur Rechenschaft zu ziehen. Aber auch hier möchte ich niemanden pauschal verurteilen, denn wer für seine Kinder und Enkel auf die Straße geht, hat meinen Respekt! Viele bleiben jedoch auch in dem Gedanken stecken, dass das alte Leben wieder hergestellt werden müsse, wenn diese Spielfiguren endlich vor Gericht stehen. Und für den Pranger brauchen sie eben einen Sündenbock, damit lassen sich die entstandenen (Freiheits-) Entbehrungen auch leichter ertragen. Das ist EINE Möglichkeit, wird aber eventuell nicht zur Befriedigung führen am Ende des Tages und Jahres. So gesehen: Beide Seiten (Bürger/Politik, Befürworter/Widerständler) arbeiten Hand-in-Hand auf der Basis von Schuld(zuweisungen).

Aber wir könnten allerhöchstens die Tat selbst verurteilen, die zu gewissen Umständen geführt hat. Aber eben nur die Tat für sich und nicht den ausführenden Part – den Menschen dahinter. Diesen Ansatz habe ich kürzlich von einem jungen Mann gehört und er hat mich beeindruckt. Weil doch so viel Wahres in dieser Aussage steckt.

Ganz ehrlich: Glaubst du, du kommst irgendwann an einen Punkt im Leben wo du sicher weißt, dass es niemals mehr einen bösen Schuldigen geben wird für deine ungünstigen Umstände?

Sich von eigener Last und Verantwortung zu befreien, indem wir die Schuld bei anderen oder etwas anderem suchen und finden wollen, hilft tatsächlich nur kurzfristig. Dem Ego mag es danach wesentlich besser gehen, doch tief in uns drin, hat keine Heilung stattgefunden, oder? Tief in uns erinnern wir uns noch Monate oder gar Jahre später an diese furchtbare Sache, jenen schlimmen Moment oder diesen verhassten Menschen. So wirklich befreit hat uns eine Schuldzuweisung also gar nicht – und das ist, jetzt und heute gesehen, ziemlich logisch für mich.

Wenn schuldig sein, nur eine “Erfindung” war um die Dualität auszureizen, um das Macht-über-Jemanden-Spiel aufrecht zu halten, um den Einfluss der Kirche durch Sünde zu erhöhen, um das Teile-und-Herrsche-Prinzip auszunutzen und für was weiß ich noch alles – könnten wir es dann nicht selbst auch wieder beenden?

Wenn SCHULD lediglich ein Begriff und ein damit verbundener Trigger ist, weil er künstlich in unserer Welt erschaffen wurde. Und wenn wir auf der Erde einem Spiel zugestimmt haben, dass menschlich emotional an die Grenzen geht und wir uns dessen noch nicht einmal bewusst waren/sind. Liegt es also nicht in unserem Ermessen, diesen Zwiespalt jetzt zu durchschauen?

Es geht bei unseren Erfahrungen gar nicht um Schuld(zuweisungen). Es sind Erfahrungen des Lebens, die alle hier lebenden Wesen in unterschiedlichen Formen erleben müssen. Für die Erfahrung selbst können wir oftmals gar nichts, aber für die Reaktion darauf, sind wir selbst verantwortlich. Darin liegt eine kurzfristige Last, langfristig ist es aber das Tor in die Freiheit.

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