Visualisierung + Wunsch = Erfüllung? Teil I

Geht diese Formel auf oder ist das alles nur “Wunschdenken”?

Angenommen Visualisierungen und Bilder sind ein Schimmer aus zukünftigen Realitäten und entstehen nicht aus dem Jetzt und der eigenen Vorstellungskraft. Das würde dem Ganzen ein neues Bild geben, nicht wahr?

Warum klappt das Herbei-Visualisieren eines Partners, Jobs, Wohnung, Gesundheit mal richtig gut, mal gar nicht? Es gibt ja unterschiedliche Erfahrungen und Berichte dazu. Aber wäre es ein kosmisches Prinzip (hermetisches Gesetz) und gäbe es die direkte Antwort aus dem Universum, müsste es doch IMMER funktionieren, oder? Also wenn ich Schöpfer/in bin, kann ich doch auch kreieren was ich möchte – das ist wohl der meist häufigste Widerspruch in unserer Welt. Denn natürlich spielt hier auch das Prinzip der Resonanz, der Ursache und Wirkung, der Schwingung usw. mit. Aber dennoch: Von mir aus wäre ja auch eine zeitliche Verzögerung der Erfüllung meiner Schöpfungen schlüssig und akzeptabel – aber dass sie sich gar nicht erfüllen wollen, fand ich schon lange Zeit seltsam. Denn es gibt ja schon innige Wünsche, die nicht nur kurzfristig da sind sondern als gerade lang ersehnte Bedürfnisse mit starken Gefühlen in einem schlummern.

Lange Zeit dachte ich ja, ich werde damit bestraft weil ich kein guter Mensch bin oder gewesen bin. Ich machte mir lange Vorwürfe, ob ich so ein schlechter Mensch wäre, weil ich nur Pech gehabt habe im Leben und all meine Wünsche nie erfüllt wurden oder ansatzweise um dann in einem menschlichen Drama zu enden. Sicherlich war ich die strengste Kritikerin meiner Person und umso verzweifelter wurde ich, je mehr ich an meiner Entwicklung arbeitete, ohne dass sich im Außen etwas zum Positiven veränderte.

Erst mit Anfang 40 stellte ich für mich fest, dass dieses “Wünsch-Dir-Was”-Prinzip überwiegend für Materielles funktionierte, aber nicht für Menschen. Ziemlich gute Ergebnisse erzielte ich bei dem Finden von neuen Jobs, neuer Wohnung, neuem Auto und kleineren Freuden im Alltag. Oft war es dabei weniger die konkrete Visualisierung meines “Objektes der Begierde” – wie es ja oft empfohlen wird – sondern vielmehr eine Mischung aus Dringlichkeit, Engagement und gezielter Suche (Anzeigen lesen und viel Zeit bei der Suche investieren). Dabei brauchte ich einen langen Atem, gute Nerven und eine Portion Gelassenheit, denn es dauerte mit unter schon ein paar Wochen bis das Neue vor mir auftauchte. Ich war also immer auch AKTIV auf der Suche und habe vorher auch nicht immer gewusst, wie genau das Neue aussehen soll. Eine klare Vorstellung gab es nicht, aber meist einen Wunsch, ein inneres Bedürfnis, was ich anders oder unbedingt haben möchte.

Diese aktive Suche funktionierte jedoch nicht, wenn es um Zwischenmenschliches ging. Bis heute übrigens nicht! Weder für den Aufbau eines Freundeskreis noch für Partnerschaften. Dabei gab es eher kuriose Überraschungen und kurzfristige Begegnungen, die gerne zur Mitte oder Ende mehr Chaos und Verwirrung in meinem Leben hinterließen. Dafür war dieser Zeitabschnitt lebendig, abenteuerlich. Erfüllende Beziehungen waren nicht dabei, eher erfüllende Momente und eine viel größere Portion Enttäuschung, Frust oder Verärgerung im Nachgang.

Konkret zu wissen, was man möchte oder braucht ist in jedem Fall nützlich und hilfreich – gilt aber in meinem Leben nur in Verbindung mit materiellen Zielen (ein Job stellte überwiegend eine Geldquelle dar und ist somit auch dem Materiellen zugeordnet). Meine aktuelle Wohnung als Beispiel, sollte nur vorübergehend sein (diese provisorische Situation hält nun seit 2014 😉 ) und hatte ich auf Ratschlag ganz konkret visualisiert auf einem Stück Papier. Sowohl die Miethöhe als auch die Quadratmeterzahl haben exakt übereingestimmt. Damals zweifelte ich also wirklich nicht mehr an der Kraft der Vision! Die Frage heute ist für mich, ob das Resultat ein Ergebnis meiner Visualisierung war oder ob ich die Wohnung mitsamt den Daten unbewusst aus der zukünftigen Realität auf mein Blatt Papier gebracht habe 😉 Ich tendiere zur letzteren Variante.

Im zweiten Teil erzähle ich von meinen schönen Erfahrungen und Erfüllungen OHNE bewusstes und konkretes Visualisieren/ Wünschen.

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