Zeitlos durch den heutigen Tag

In dem Titel von Tim Bendzko, den ich veröffentlicht habe am Freitag, singt er von der Zeit, die uns noch bleibt.
Der song hatte für mich einen Bezug zu einer vergangenen Situation und mir wurde bewusst, welch große Bedeutung für uns die ZEIT als solche hat. Ich begann zu sehen, wie sehr “Zeit” uns gefangen hält in einem Paradigma der Angst, des Zeitmangels und Verpflichtungen. Jeder Tag zählt, denn wer weiß schon, wann die eigene Zeit abgelaufen ist. Dieser innere Druck, das Leben Tag um Tag so sinnvoll wie möglich zu gestalten, war auch für mich ein großes Gefühl. Und noch größer war die Verzweiflung, Tag um Tag, denn ich lebte ja gar nicht so wie ich wollte. Den größten Anteil meiner Zeit verbrachte ich damit, einem Job nachzugehen um leben zu können. Nur für das “leben können” war dann zu wenig Zeit, Raum und besonders zu wenig Kraft mehr übrig. Und das seit vielen Jahren.


Wie ganz anders würden wir uns doch alle verhalten, gäbe es so etwas wie ZEIT gar nicht! Dieser Gedanke fesselte mich und in mir erhöhte sich gleichzeitig die Schwingung. Und so entschied und wies ich in meiner Vision an, die Zeitmatrix zu verlassen. DAS war richtig erleichternd und fühlte sich unglaublich leicht und gut an! Meine Güte, wie viel einfacher doch das Leben ist ohne eine Taktung und die Geisel der tickenden Uhr – innen wie außen.

Heute morgen war es bereits wieder sehr schwül und warm und ich wollte zum Leih-Garten, um meine Pflanzen zu gießen. Wie groß die Zucchini Pflanzen geworden sind innerhalb von Tagen! Ich freue mich schon auf die reiche Ernte. Es kommen noch Karotten, Paprika, Gurken und Tomaten. Und von den Gartennachbarn fällt sicher noch etwas anderes als Tauschangebot ab. Hahn und Hennen meldeten sich gackernd und eilten herbei. Man könnte ja eine Leckerei verpassen 😉 So landete eine Handvoll Insekten und Sonnenblumen vor ihren Schnäbeln und ich kümmerte mich weiter um mein Gemüse. Einen Kohlrabi nahm ich gleich mit, den anderen hinterließ ich dem Gartenbesitzer. Ich schenke sehr gerne…Und dann ging es mit etwas Unlust weiter zum Einkauf in unserem kleineren Laden. Dieses Mal ging ich nur mit der blauen Kappe im Gesicht hinein und rechnete schon mit Gegenwehr der Angestellten – aber es blieb friedlich. Ich freute mich über sommerliches Obst aus Italien. Pfirsiche, Nektarinen landeten in meinem Korb und noch ein paar andere Sachen, die ich mittlerweile gerne mehrfach kaufe, um nicht jede Woche zum Maskenspiel gehen zu müssen.

Zuhause angekommen räumte ich weiter um und richtete mir den Wohnraum etwas strahlungsarmer ein. All die Jahre hatte ich das WLAN nur Nachts ausgeschaltet und dachte mit einem strahlungsarmen Telefon genug getan zu haben. Mittlerweile weiß ich es besser, und nehme mir nun in Ruhe Zeit, um alles so erträglich wie möglich für mich zu gestalten. Mein Körper dankt mir für jede Unterstützung und ich tue für ihn was ich eben kann. Mit dem neuen günstigen Kochgerät, ging die selbst gemachte Hafermilch auch recht unkompliziert. Der Kartoffelbrei zum Kohlrabi schmeckte auch prima aus dem Gerät. Kein Vergleich zu meiner gestampften Variante. Wie schön, wenn Frau solche Helferlein hat zuhause! Auch das hat sich in meinem Leben nun verändert. Ich verzichte nicht mehr auf solche Anschaffungen, nur weil ich so erzogen wurde und eher einfacher lebte bisher. Es macht nämlich Freude, wenn die Körperarbeit ab und an ein Gerät abnimmt und es dann auch noch prima schmeckt. Nachdem ich dachte, es sei schon Nachmittag, sah ich doch mal auf die Uhr, und war erstaunt, dass es gerade mal Mittagszeit war. Uii, wie schön ist es, zeitlos in den Tag leben zu dürfen! Was für ein Privileg! 🙏 Ich fühle, dass die ganze Anspannung in mir, der Druck gewichen ist. Kennt ihr das, alles noch schnell am Wochenende schaffen zu wollen/müssen, weil unter der Woche kaum Zeit und Kraft dafür da ist? Mir geht es seit Langem so, nur beschweren darüber, wollte ich mich nicht. Energetisch und transformativ heilend zu wirken und gleichzeitig einem Job nachzugehen, fordert eben einiges ein.

Und weil ich mich nun aber in einem außergewöhnlichen Umstand von arbeitsfreier “Zeit” befinde, entscheide ich von Moment zu Moment, was ich nun tun möchte. Und nachdem nach dem Essen eine Schwere im Kopf entstand und die 26 Grad im Wohnzimmer eher unangenehm sind, freute ich mich auf ein kleines Schläfchen im kühleren Schlafzimmer. Zu meiner Elektrosensibilität hat sich auch die Geräuschsensibilität verstärkt. Und daher bin ich in vielerlei Hinsicht flexibel geworden, zumal es einen einheitlichen Schlaf-/Wachrhytmus, bei starken Energieschwankungen, ja eh nicht wirklich gibt. Im Mietshaus ist es tagsüber oft angenehm leiser, als Morgens oder Nachts – und das will gut genützt werden 😉 Die erste steht kurz vor 4 Uhr auf…und ich hatte schon Nachbarn über mir, die gerne noch gegen Mitternacht ausgiebig geduscht haben. Ihr versteht sicherlich was ich meine…

Es ist erfrischend, aus diesem Zeitkonstrukt aussteigen zu dürfen. Eine Art der inneren Entschleunigung tritt ein, die automatisch mehr Ruhe und Frieden bringt. Auch ich kannte seither nur das berühmte Hamsterrad und äugte immer neidisch auf die Rentner. Ach, wäre ich doch auch schon so weit…! Und was, wenn man gar nicht erst Mitte 60 sein muss, um diesen arbeitsfreien Raum betreten zu können? Mein Wunsch war es schon immer, mit 50 aufzuhören in der Arbeitswelt. Nun werde ich 45 und bin schon an diesem Punkt! Meine Führung scheint es gut eingefädelt zu haben – und ich habe all die Jahre vorher tapfer durchgehalten und meinem Weg vertraut. Mit einem wohligen Schmunzeln, bezeichne ich mich momentan spaßhalber als “Frührentnerin”. Und zum Aussteigen aus einer getakteten Arbeits- und Freizeitwelt, sollte es nie zu spät sein! Nun bin ich also in einer neuen Zeitlosigkeit angekommen und gespannt, welche Abenteuer nun beginnen dürfen.

Titelbild: Privat

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