Diese ewige Warterei!

Ich weiß ja nicht, wie es anderen so geht, aber ich werd bald irr vor lauter Warterei. Es tut sich so einiges in unserem Omniversum. Man spürt auch eine Aufgeregtheit und einen neuen Zauber immer wieder. Aber es geht ein paar Schritte vorwärts, dann scheinen wir wieder ausgebremst zu werden oder es geht gar zurück in der Entwicklung der Gesellschaft. Es geht nicht so rasch, wie viele es sich wünschen. Warten bis sich was ändert! Oh Gott, das nervt mich. Immer zu warten bis sich was regt in dem Kollektiv Menschheit. Es endlich mal vorwärts geht und die Maskentrage-Parodie abgeschafft wird, die Politiker abgesetzt oder zurückgetreten sind und die Menschen endlich wieder bei klarem Verstand! Angebunden an ihre höhere Führung, bewusst und wach mir in die Augen sehen. Dann könnte ich auch endlich bedenkenlos meinen Sommer planen… Aber nein, es ist noch nicht soweit, die Zeit noch nicht reif oder weiß der Kuckuck warum sich das alles so sehr hinzieht. Oder kommt mir das etwas nur so vor? Vielleicht habe ich ja ein Trauma??

Schon als Kind fand ich es furchtbar auf etwas warten zu müssen. Wann ist die Oma da? Wann sind wir da? Wie lange dauert es noch? Und dann hieß es immer, gleich, bald, jetzt noch nicht…So ähnlich wie es die geistige Welt uns auch schon länger mitteilen lässt: Bald ist es soweit 😉 Ja, WAS eigentlich? Und wie wichtig ist dieses Zeitgefühl eigentlich noch?

Müssen wir denn ständig nach der Uhr leben? Eigentlich schon, oder? Was wäre denn das sonst für ein heilloses Chaos hier?? Schulen & Kindergärten öffnen erst, wenn der erste Erzieher/Lehrer eintrudelt; zur Arbeit ginge man wenn man lustig oder ausgeschlafen wäre und Arzt- und sämtliche Termine fielen weg; man käme und ginge wann es einem passte. Öffnungszeiten in die Tonne! Die Konsum-Enten gehen dann los, wann es demjenigen gerade reinpasst und muss dann eben Glück haben, dass der Laden auch gerade zeitgleich geöffnet hat. Was für eine abgefahrene Welt.


Okay, das war etwas weit ausgeholt – das würde einfach nicht funktionieren in so einer Leistungsgesellschaft. Vielleicht ist es ja genau das, was mich so gereizt sein lässt. Immer nur pünktlich sein, Leistung bringen, fröhlich und freundlich gucken – egal wie kurz die Nacht, oder welcher Körperteil noch gar nicht anwesend ist um 08.30 Uhr morgens…Oft geht es mir nicht nur gegen den Strich, sondern auch gegen mein natürliches (Wohlbefinden-)Gefühl. Seit 28 Jahren höre ich so und so lange musst du arbeiten, hast um diese Zeit Mittag zu machen, und erst hier Feierabend. Der Wecker entscheidet wann die Traumwelt vorbei ist, aber nicht ich. Also frag ich mich schon, ob diese Zeitvorgaben gesund und hilfreich sind oder eher behindernd für mein Sein.

Jetzt kommt bestimmt ein Schlauer daher und meint, das ist doch alles nur eine Einstellungssache! Du musst nur an deiner persönlichen Denke arbeiten! So so, aber wenn ich schon als Kind viel schlafen musste, sogar nach der Schule legte ich mich oft hin. Ich bin einfach viel woanders “unterwegs”. Da kann ich doch nix dafür! (Und der frühe Vogel kann mich mal…)

Es scheint also eine ewige, endlose Warterei zu sein – entweder auf JEMANDEN oder auf ETWAS. Und erst wenn derjenige oder dasjenige dann da ist, kann man weiter machen. Wie ein Handwerker, der ohne das Ersatzteil gar nichts anderes machen kann in der Zeit. (Gut, vielleicht schon mal das Bier zischen und die Leberkas-Semmel verdrücken, eine rauchen und planlos am Handy rum wischen…aber ich meinte ja auch etwas SINNVOLLES) Jedenfalls so ähnlich wie der zwangsweise wartende Handwerker, fühle ich mich öfters als mir lieb ist. Nur mit dem Unterschied, dass der Handwerker sehr wohl weiß, WARUM und auf WAS er wartet! Hingegen weiß ich überhaupt nicht ob und welche Teile ich brauche oder gar bestellt hätte im Universum… Könnt mir die Liste demnächst mal jemand bitte zukommen lassen?! DANKE.

Es ist wohl so, dass nur wenn man wirklich aufgeht bei dem was man tut, die Zeit keine große Rolle mehr spielt. Dann ist man weder genervt vom Warten oder Hingehalten werden, noch ausgepowert vom Stress. Auch ist man nicht mehr innerlich unruhig oder rastlos, weil man es kaum erwarten kann bis der Zeitpunkt xy da ist, man endlich Feierabend oder Wochenende hat. Was auch immer.

Ich wünsche mir diese Zeit! Wo einfach alles passt wie es kommt – und mir zwischen den passenden Momenten weder langweilig ist noch ich überfordert bin von den Umständen.

Also werde ich einfach warten, bis die Zeit kommt oder vielmehr: Ich reif bin und die Zeit somit auch!

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